Der hält fürs Leben

Vornamen suchen - keine einfache Sache, aber wichtig

Eltern wählen aus Listen mit der Bedeutung von Vornamen. Suchen also eine Art Prophezeiung für die Entwicklung des Kindes: Felix - der Glückliche, Linda - die Sanfte. Häufig stehen die Erläuterungen auf tönernen Füßen.

Veröffentlicht am 18. Dez 2009

Ist in einer Familie die Ankündigung erfolgt, dass sich Nachwuchs einstellen wird, kreisen die Gedanken um ganz bestimmte Felder: Wie soll das Kinderzimmer eingerichtet werden? Was für ein Kinderwagen soll es sein? Das sind die vordergründigen Probleme. Im Hinterkopf von zukünftigen Eltern und Großeltern stellen sich aber auch andere Fragen ein. Man versucht meist, sie eher mit sich selbst abzumachen: Wird das Baby gesund sein? Wie wird es die Elternbeziehung, aber auch die Beziehungen in der gesamten Familie beeinflussen?

Nicht zuletzt beginnen alle Beteiligten über Namen nachzudenken. In beinahe jeder Familie gibt es Anekdoten, dass sich die Eltern bis zum letzten Moment nicht einigen konnten, welcher Name denn nun endgültig auf dem Standesamt festgeschrieben werde. Dabei ist es heutzutage sehr viel einfacher als früher: Die Fortschritte der Medizintechnik erlauben es – zumindest den Eltern, und wenn sie es verraten, auch dem Rest der Familie – die Hälfte der Namen gar nicht erst prüfen zu müssen. Man weiß in der Regel, ob man einen Namen für ein Mädchen sucht oder für einen Jungen.

Früher war es relativ einfach: Den Vornamen suchen, das war gar nicht nötig. Man benannte den neuen Erdenbürger in der Regel nach der Großelterngeneration. Hieß der Großvater Johannes, dann auch der Enkelsohn. Kam ein Mädchen zur Welt, wurde es nach der Großmutter Eleonore benannt. Inzwischen ist Vornamen suchen zu einer schweren Aufgabe geworden. Es gibt Hunderte von Namenslisten, die auch die Bedeutung dieser Namen auflisten, in gedruckter Form und im Internet zum Durchklicken. In den meisten davon werden die aktuellen Namens-Trendsetter für beide Geschlechter angeführt. Man weiß nicht so genau, dient dies zur Abschreckung, um also die Uniformität zu verhindern, oder soll es dazu animieren, „in“ zu sein, einen Namen zu wählen, der up to date ist. Dass Letzteres häufig der Fall ist – man spart sich damit das Vornamensuchen – kann man in Klassenbüchern der Schulen sehen. Da gibt es Jahrgänge, in denen in jeder Klasse sechs Kevins und sieben Lisas sitzen, die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Trotzdem ist es immer gut, einen Blick auf die Bedeutung eines Namens zu werfen.