Nachnamen-Bedeutung, wie ist der Nachname entstanden?
Viele Menschen überlegen, was für eine Nachnamen-Bedeutung wohl der ihre hat. Es gibt eine Wissenschaft, die Onomastik oder Namenkunde, die sich speziell mit der Entstehung von Namen beschäftigt.
Nachnamen sind häufig über Berufe oder Orte entstanden. In den damals ziemlich kleinen Dörfern, aber auch in den Städten, kannte man sich, der Rufname war ausreichend. Man wusste, wer wessen Tochter oder Sohn war und mit wem verehelicht. Gerade in den Städten wurde mit steigender Bevölkerungszahl die Identifizierung über den Vornamen immer schwieriger. Man wich auf Formulierung wie „Friedrichs Sohn Hans“ oder „Friedrichs Hans“ aus. Da aber Modenamen immer häufiger in die Verwendung kamen und die Zahl der Vornamen deutlich zurückging, wurde auch diese Erkennungsart immer schwieriger. Bald war es nicht mehr möglich, nur über den Vor- und Vaternamen die entsprechende Person eindeutig zu identifizieren. Es entstanden Beinamen wie der „buckelige Hans“, „Kreuzbauer Hans“, „Limburger Hans“ oder „Hans der Melker“. Was nicht zwingend bedeutete, dass es sich dabei um unterschiedliche Personen handelte. Gerade in der sich entwickelnden Bürokratie führte dies zu massiven Problemen. Für amtliche Dokumentationen wurde es in rasch anwachsenden Städten unumgänglich, einen fest zugeordneten Namen einzuführen, den Nachnamen. Bedeutung hatte diese anfangs allerdings nur für Adel und Patrizier. Im Laufe der Zeit entwickelten sich innerhalb aller Bevölkerungsschichten aus dem Beinamen eines Vorfahren der Nachnamen. Zum Beispiel konnte aus „Friedrichs Sohn Hans“ ein Hans Friedrichs werden.
Die Wissenschaft Onomastik beschäftigt sich unter anderem mit der Herleitung der Nachnamen-Bedeutung. Patronymische Familiennamen, auch Vatersnamen, wie Friedrichs Sohn Hans“ – „Hans Friedrichs“. Aus Beinamen ähnlich „Limburger Hans“ entstand „Hans Limburg“, der Ursprung der Familie liegt also in einem Ort namens Limburg. Des Weiteren kamen Wohnstätten infrage, „Kreuzbauer Hans“ – „Hans Kreuzer“, bestimmte Eigenschaften wie „Groß“ oder „Klein“ oder auch Berufe „Hans der Melker“ – „Hans Meier“.
Wer versucht, seine Nachnamen-Bedeutung über diesen Weg herzuleiten, darf nicht außer Acht lassen, dass es im Bereich Ortsnamen mehrere Orte mit gleichem Namen geben kann, Wohnstättennamen und Eigenschaften oft dialektisch gebraucht wurden und manche Berufe heute teilweise ausgestorben sind.