Japanische Namen sind oft schöne Schriftzeichen
Japanische Namen werden meist in aus China übernommenen Schriftzeichen dargestellt: Zuerst der Familienname, erst dann folgt der Vorname. Viele japanische Kinder bekommen ihren Namen wegen des schönen Schriftzeichens.
Viele japanische Namen bestehen aus ursprünglich chinesischen Schriftzeichen. Die Japaner tragen heute ebenso wie zum Beispiel Europäer zwei Namen. Im Unterschied zur europäischen Namensnennung wird zuerst der Familienname und dann der sogenannte Vorname genannt. Das deutsche Lieschen Müller würde also in Japan Müller Lieschen heißen. Der Grund für die Nachrangigkeit des Vornamens liegt in der historischen Entwicklung der japanischen Namen. In der japanischen Frühzeit (4. - 5. Jahrhundert) erfolgte die Namensnennung nach einer Sippenzugehörigkeit.
Durch das japanische Bevölkerungswachstum wuchs die Anzahl der Menschen mit demselben Namen. Deshalb begann man den Namen etwas Unterscheidendes zuzufügen. Genau wie bei uns waren das zunächst der Wohnort oder die Art der Arbeit, die die Person verrichtete. Weitere Varianten japanischer Namensteile sind Positions- oder Lageangaben, wie zum Beispiel: Norden, Osten, Süden, Westen und oben, unten, neben oder innen. Aber ebenso wie im europäischen Lebensbereich wurden zur namentlichen Personenunterscheidung auch geographische Gegebenheiten wie Brücke, Fluss, Reisfeld oder Erdhügel hinzugefügt. Und wie es bei uns Frau Berg, Herrn Baum, Frau Stein und Herrn Schwarz gibt, werden auch in Japan die Menschen mit der Nennung von Farben, Lebensmitteln, Pflanzen oder sonstigen Dingen bezeichnet.
Eine Besonderheit für japanische Namen ist aber die Beschreibung durch bestimmte aus China stammenden Schriftzeichen. Diese bestimmten Schriftzeichen werden in einer bildhaften Schrift geschrieben und sind meist sehr schön anzuschauen. Und so kommt es, dass viele japanische Kinder ihren Namen nach einem besonders schön anzuschauenden Schriftzeichen erhalten. Den japanischen Eltern stehen zur Namensfindung ihres Kindes circa 2000 allgemein gebräuchliche Schriftzeichen zur Verfügung. Auch wenn man meint, das sollte reichen, gibt es inzwischen in Japan ein Expertengremium, das darüber befinden soll, welche Schriftzeichen zusätzlich als Namen zugelassen werden können. Ein japanischer Name besteht zum Beispiel aus den Schriftzeichen für Farbe und für Blume. Der Mensch trägt dann den Vornamen farbenfrohe Blume.